Ein neues Mitglied unserer Hausgemeinschaft vermittelte uns die außergewöhnliche, eindrucksvolle sonntägliche Besichtigung eines Container-Riesen als Dankeschön für ihre herzliche Aufnahme.

Los ging es in den Hafen Hamburg. Nach der Kontrolle bei der HHLA stiegen wir um in einen Shuttle-Bus, der uns zum Burchardkai brachte. Diese Liegeplätze am Waltershofer Hafen wurden bis 2016 in einem Zeitraum von mehreren Jahren auf den neuesten Stand gebracht und mit den modernsten Tandem-Containerbrücken ausgerüstet. Jetzt können die Mega-Containerschiffe der neuesten Generation dort abgefertigt werden. Technische Innovationen und automatisierte Arbeitsabläufe sorgen für hohe Produktivität und kurze Liegezeiten.

Nun folgte die erste Herausforderung an unsere Gruppe. Die 30 m hohe Gangway musste erklommen werden, mit oder ohne Herzklopfen. Zunächst wurden wir in die Offiziersmesse geführt und starteten von dort aus den faszinierenden Schiffsrundgang, treppauf- ab oder per Fahrstuhl. Auf dem MEGA-Containerschiff konnten wir die Räumlichkeiten Office, Küche, Kabinen, Aufenthalts- und Fitnessräume in Augenschein nehmen und fanden es rundherum ansprechend.

Die Spannung stieg. Es ging hinauf zur Brücke. Es verschlug uns unbestreitbar den Atem, was wir um uns herum sahen, ein technisches Wunder an Knöpfen, nautische Geräte zum Manövrieren des Schiffes wie Maschinentelegraf, Kompass, Radarbildschirm und Kommunikationseinrichtungen. Zur Brücke gehört auch der Kartenraum und Kartentisch, auf dem die Seekarten bearbeitet werden. Der Ausblick von der Brücke ist beeindruckend. Immer wieder großes Staunen. Fragen wurden erschöpfend beantwortet.

Magisch gingen unsere Blicke in Richtung Draußen-Geschehen. Die Tandem Containerbrücke der HHLA in Aktion wirbelte nur so umher, fast einem perfekten Ballett gleich. Sie hebt und bewegt mit ihren 74 Meter langen Auslegern fast 100 Tonnen Nutzlast. Ein Containerbrückenfahrer übernimmt aus seiner Fahrerkanzel mit gläsernem Boden in 50 Meter Höhe diese Aufgabe mit Feingefühl und kann somit ins Innere des Schiffes blicken. Mit Adleraugen von ganz oben gleichzeitig exakt be- und entladen. Langsam schwirrte uns der Kopf von den umfangreichen Informationen und Eindrücken.

Das Schiff hatte noch mehr Überraschungen anzubieten und zwar das Herz des Schiffes, den Maschinenraum, der einem kleinen Kraftwerk gleichkam. Hier ist es heiß und laut. Unzählige Maschinen und Apparate befinden sich hier. Im Kontrollraum werden die Maschinen genau überwacht.

Die Abrundung dieses Abenteuer-Tages fand letztendlich bei Kaffee, Kuchen und Gesprächen in der Offiziersmesse und in dem letzten tollkühnen Unternehmen „Gangway“ abwärts statt. Geschafft, wieder festen Boden unter den Füßen! Auch der Shuttle-Bus wartet schon. Perfekt!

Wir schauten noch im DUCKDALBEN „international seamen’s club“ vorbei – Ankerplatz im Strom der Zeit – und waren tief beeindruckt. Herzlichen Dank der Vermittlerin!

Bericht von Elke Rosenberg

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