Stumme Zeugen der Vergangenheit

Gespannt standen wir vor dem verschlossenen Tor des jüdischen Friedhofs in Altona und warteten auf den Beginn unserer Führung. Schon im Vorweg war uns klar, dass wir zu wenig über das jüdische Leben in Hamburg wussten. Aber das sollte sich ja ändern.

Pünktlich um 12 Uhr wurden wir von einer jungen Frau freundlich begrüßt und in das Eduard-Duckesz-Haus gebeten. Ernst Duckesz war Rabbiner und hat sich sehr für die Erforschung und Bewahrung jüdischer Geschichte speziell in Hamburg eingesetzt. Er wurde 1944 in Auschwitz ermordet.

Zur Einführung erzählte sie uns die Geschichte des Friedhofs und damit auch einen Teil der jüdischen Vergangenheit in Hamburg. Es war spannend, von der unterschiedlichen Aufnahme der Sephardim und Aschkenasim im 17. Jahrhundert durch die protestantische Hamburger Bevölkerung zu hören. Mehr Informationen in Wikipedia.

Danach machten wir uns auf den Weg zu den Grabstätten. Von früher 9000 Grabsteinen sind heute noch knapp 8000 erhalten, ganz oder teilweise als Fragment.

Aufgefallen ist uns die sehr unterschiedliche Gestaltung der Grabsteine. Während die Aschkenasim mehr Wert auf die religiöse Ausgestaltung der Steine legten, zeigten die Sephardim gerne ihren Wohlstand.  Die Inschriften der Grabsteine sind größtenteils auf Hebräisch verfasst und es war sehr beeindruckend, uns die Bedeutung der Inschriften und Symbole erklären zu lassen.

Der abgeknickte Baum – ein Symbol für einen zu frühen Tod. Die Kanne der Leviten. Die segnenden Hände des Priesters

Auf einigen Grabsteinen entdeckten wir Symbole von Tieren, die meistens auf den Beruf, Namen oder Vornamen des Verstorbenen hinwiesen.

Unsere Führung endete am Grabmal von Frommet Mendelssohn, der Frau von Moses Mendelssohn und Stammmutter der großen deutschen Mendelssohn Familie.

Der Besuch des Friedhofes hat uns alle sehr beeindruckt und war auch im Nachhinein noch beherrschendes Gesprächsthema.

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